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Dafür, dass seit meiner letzten Kolumne wieder 4 Monate ins Land gegangen sind, muss ich mich bei euch mittlerweile vermutlich nicht mehr entschuldigen. Ich bin ein viel beschäftigter Mensch - in anderen Worten: Manchmal gibt es einfach eine Differenz, zwischen der Dinge die ich tun sollte und der Dinge, die ich im Endeffekt auch tatsächlich mache - in völlig anderen Worten: Wenn meine Motivation, diese Kolumne zu schreiben die Erde wäre, dann wäre der "innere Schweinehund", der mich davon abgehalten hat, ungefähr die Milchstraße. Nichts desto trotz findet ihr hier ja eine neue Kolumne. Und welcher Tag wäre für eine neue Kolumne besser geeignet, als der Valentinstag.

Von vielen Nicht-Verliebten wird der Valentinstag oftmals als kommerzieller Feiertag entwertet. Ein interessantes Erlebnis, dass ich persönlich mit dem Valentinstag assoziiere, liegt schon einige Zeit zurück.

Es sei dazu gesagt, zu diesem Zeitpunkt war ich 15 und es handelte sich um meine zweite Freundin. Ihr wisst schon, das sind diese Beziehungen, bei denen man e die Freundin erst noch einmal fragt, ob man jetzt zusammen ist, bevor man vor seinen Freunden, denen gerade die erste Schambehaarung wächst, mit ihr angibt.

In diesem Stadium des Verliebtseins, mitten in der Adoleszenz, kommt es vor, dass Beziehungen oftmals sehr kurz sind. Ich hatte nun also kein Interesse mehr, die Beziehungen mit besagter Person fortzuführen. Mein Mut reichte jedoch auch nicht aus, um ihr das zu sagen. Also hab ich vehement versucht, ihr aus dem Weg zu gehen. In diese wenigen Wochen fiel zufällig auch der Valentinstag. Ich war der festen Überzeugung, dass sie mir nichts schenken würde, also kaufte ich ihr auch nichts. Ein Freund von mir bot mir noch am 14. Februar an, mir Geld zu leihen, damit ich ihr etwas kaufen könne. Ich lehnte dankend ab. Wie dumm wäre es gewesen, einer Person, mit der ich gar nicht mehr zusammen sein wollte, auch noch etwas zu schenken!?

Witzigerweise lief sie uns tatsächlich wenig später über den Weg. Ich weiß bis heute nicht, ob sie das geplant hatte, aber sie hatte ein Geschenk für mich dabei. Überrascht und doch auch etwas peinlich berührt, riss ich es sofort auf. Es war die Ärzte-Unplugged-DVD. Dazu sei gesagt, ich war zu diesem Zeitpunkt dicker Ärzte-Fan und nie Unplugged-DVD noch nicht sonderlich lang auf dem Markt. Ich schätze sie kostete so um die 20 €. Heute vielleicht nicht mehr so viel Geld, "damals" aber für Schüler der 9. Klasse schon ein ganzes Stück Geld. Ich hab ihr einen kleinen Kuss gegeben und bin von dannen gezogen. Die DVD hab ich bis heute noch.

Heute musste ich mir glücklicherweise keine Gedanken wegen eines Geschenks machen. Und wenn doch wäre es im Endeffekt wahrscheinlich sowieso auf den tollkühnen Versuch hinausgelaufen, eine Fertig-Backmischung köstlich zu servieren.

Der Bezug zu Frankfurt fehlt heute zwar ein wenig, aber am Tag der Liebe sei mir dies verziehen.

14.02.2006

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